BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

GRÜNE Main-Spessart

Zunächst gibt es durchaus Parallelen bei den Felssicherungen am Benediktusberg und der an den Felsen entlang der B27 zwischen Himmelstadt und Karlstadt. In beiden Fällen geht es um den Schutz der B27 und den eines Anwandweges. 

Vom Benediktusfelsen geht jedoch eine bei weitem Größere Gefahr aus. Den größten Unterschied gibt es jedoch im Gelände unterhalb der Felsen. In Retzbach liegen dort ca. 4 Hektar Weinberg. Im Bereich Karlstadt jedoch sind kaum nennenswerte Nutzflächen vorhanden.

In beiden Fällen wurde durch ein Gutachten des Ingenieurbüros Menzel aus Dettenhausen die Gefahrenlage taxiert und ermittelt, mit welchen Baumaßnahmen ein ausreichender Schutz gegeben sei.

In Retzbach empfehlen sie den Bau eines Schutzzaunes entlang des Anwandwegs als kostengünstige Lösung. Eine Kostenteilung hierfür ist vom Prinzip her unstrittig. Mit welcher Vorstellung die Verhandlungspartner auch in die Kostenteilung einsteigen mögen, ob 10%, mehr oder weniger ist nicht ausschlaggebend. Es sind die Sachargumente mit denen man aufwarten muss, um ein günstiges Ergebnis zu erzielen. Das wird in Karlstadt auch nicht anders sein.

Der Problemfall am Benediktusberg ist jedoch um ein Wesentliches komplexer, was man wissen und bedenken sollte, bevor man es wie die Stadt Karlstadt angehen will. Errichtet man den empfohlenen Zaun, liegen am Benediktusfelsen die Weinfelder dahinter. Eine Zufahrt wäre zwar möglich, aber die Weinberge verlieren an Fläche, weil hinter dem Zaun ein Erschließungsweg verlaufen muss. Ein sicher herber Verlust für die Winzer und, sie und ihre Angestellten wären bei der Arbeit im Weinberg ungeschützt.

Die von Ingenieuren deshalb erarbeitete Alternative sieht einen Schutzzaun oberhalb der Weinanlagen vor. Die Mehrkosten bei dieser Lösung machen ca. 400 000€ aus. Für diese Mehrkosten lehnt das Staatliche Bauamt jedoch eine Kostenbeteiligung ab. Die Winzer verneinen ebenfalls eine Kostenbeteiligung, was bei diesen Summen verständlich ist. Die Marktgemeinde müsste dies wohl finanzieren, verliert aber laut Regierung von Unterfranken dann jegliche Fördermittel.