Ortsverband Lohr                                                   08.02.2013

Bündnis 90/ Die Grünen

Bärbel Imhof

Partensteiner Str. 30

97816 Lohr a. Main

 

Pressemitteilung

 

Lohrer Grüne fordern Ausschreibung für Sendelbacher Kindergarten

Die Lohrer Grünen diskutierten in ihrer letzten Versammlung am 5. Februar im Weinhaus Mehling intensiv über die neuen Planungen zum Sendelbacher Kindergarten, die eine Kostensteigerung von 1,5 Mio Euro beinhalteten und nunmehr 4,6 Mio Euro kosten soll. Nach Meinung der Lohrer Grünen sagt doch der gesunde Menschenverstand schon, dass ein eingeschossiges Gebäude ohne nennenswerte Technik nicht genauso viel kosten könne, wie die angebaute Kleinschwimmhalle am Nägelseebad. In der näheren Umgebung gäbe es genügend Beispiele, wie man kostengünstiger vergleichbare Kindergärten bauen könne. Clemens Kracht schlug eine beschränkte Ausschreibung unter regionalen Architekten vor. „Bei einem solchem Auftragsvolumen sei eine Ausschreibung üblich und könne zu erheblichen Kosteneinsparungen führen“. Das städtische Argument, man habe keine Zeit mehr, weil die Förderfristen auslaufen, können die Grünen nicht gelten lassen. Nach derzeitiger Lage ist mit einer Fertigstellung des Kindergartens in 2013 eh nicht mehr zu rechnen. Kracht ist eine sorgfältige Planung mit guten Ideen und einem durchdachten Energiekonzept, dass auch die Grundschule und die Turnhalle mit einbezieht, lieber, als ein teurer Schnellschuss.

Festwochenbier ist bierernste Angelegenheit

Für Stadtrat Wolfgang Weis stößt die weitere Beauftragung der Würzburger Bier GmbH für das Brauen des Festwochenbieres 2013 auf völliges Unverständnis. Die Grünen hatten als einzige Fraktion nach dem skandalösem Bierbetrug die sofortige Beendigung der Zusammenarbeit mit der Würzburger Brauerei gefordert. „ Es gibt genügend kleine Familienbrauereien in unserem Landkreis, die auch Festbier brauen können und unser Vertrauen verdient hätten“, macht Weis deutlich. Für die Grünen ist es ein fatales Signal nach außen in die Bevölkerung, wenn Vertragsbrüche in dieser Größenordnung zu keinen wesentlichen Konsequenzen führen. „ Für mich ist der lukrative Auftrag für das Festwochenbier keine Kleinigkeit, sondern eine bierernste Angelegenheit und gehört in vertrauenswürdige Hände“, so Weis weiter.

Landkreis muss mehr Verantwortung für Asylbewerber übernehmen

Die Aufnahme von Asylbewerbern muss nach Meinung von Albert Jücker  gerechter verteilt werden. Es könne nicht sein, dass nur  einigen wenigen Kommunen große Gemeinschaftsunterkünfte mit vielen traumatisierten Menschen, die Betreuung und Hilfe brauchen, zugewiesen werden. Im Landkreis Main- Spessart sind es von 40 Kommunen gerade einmal 4, die Asylbewerber aufnehmen. Dazu gehören Gemünden mit 60, Arnstein mit 30, Gähnheim mit 6-8 und Lohr mit möglicherweise bis zu 100 Menschen. Die Grünen sehen hier den Landrat in der Pflicht, seine Bürgermeister aufzufordern,  gemeinsam mehr  Verantwortung zu übernehmen. Zumindest die größeren Städte und Märkte könnten dezentrale Unterbringungen in Wohnungen anbieten und Hilfen gewähren. „ Dann könnte man sich so manche menschenunwürdige Unterkunft sparen“, ist sich Jücker sicher.

Fischershaus am Kirchplatz mögliche Unterkunft?

In der aktuellen Debatte wurde bisher das ehemalige Bürgermeisterhaus als geeignete Unterkunft für Asylbewerber angesehen. Mit großer Mehrheit ist der Stadtrat gegen eine Massenunterkunft auf dem Gelände des Bezirkskrankenhauses und bevorzugt stattdessen kleinere Wohnangebote in der Stadt. Doch nun gibt es offensichtlich einen ernstzunehmenden Investor für das Brauereigelände, der sich auch für das Bürgermeisterhaus interessiert. Die Grünen wollen sich einer städtebaulichen, altstadtverträglichen Entwicklung, die die nördliche Altstadt extrem aufwerten würde, nicht verschließen. Für das als Unterkunft wegfallende Bürgermeisterhaus, müsse dann aber Ersatz gefunden werden, fordert Stadträtin Bärbel Imhof. Es könne und dürfe nicht sein, dass der Preis dafür die Massenunterkunft auf dem Bezirksgelände bedeute. Nachdem zunächst die Verlagerung des Schulmuseums auf dem Kirchplatz vorrangig behandelt werden soll, könne man in der Zwischenzeit das Fischershaus für die Unterbringung  der Asylbewerber nutzen, so der Vorschlag der Grünen. Neben dem Stadthallenbau, Umbau Gärtnerhalle, Neubau Kindergarten Sendelbach, stößt auch der finanzielle Spielraum der Stadt an Grenzen.