BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

GRÜNE Main-Spessart

Beim grünen Stammtisch am vergangenen Donnerstag drehte sich die Diskussion um die B26n und hier insbesondere um den Zubringer nach Lohr.

Bärbel Imhof stellte eingangs fest, dass nach der vorgestellten Umweltverträglickeitsstudie (UVS) im Kreistag Anfang März die Kosten für dieses Straßenprojekt laut Planer bei nunmehr 490 Millionen Euro lägen. Der weitere Planungszeitraum bis Baurecht bestehe, belaufe sich auf 7-10 Jahre, die Bauzeit mit allen Bauwerken, wie Tunnels und Brücken dauere noch einmal 15-20 Jahre, wie das Bauamt ausführte. Mit der Fertigstellungstellung der Straße könne also frühestens 2032 gerechnet werden. Das allerdings setze voraus, dass der Bund auch die dafür nötigen Mittel zu Verfügung stelle, die erst mit Erreichen des Baurechts in die Finanzierung komme.

Kommt der Zubringer von Duttenbrunn nach Lohr?

Für Lohr und Umgebung macht die B26n überhaupt nur Sinn, wenn der Zubringer nach Lohr gebaut werde, wurde am Stammtisch deutlich. Nach bisherigem Kenntnisstand steht der aber bisher in den Sternen. Entgegen bisheriger Meinung soll der Zubringer nicht als Staatsstraße, sondern als Bundesstraße gebaut werden. Der Zubringer wird also nicht im Straßenbauprogramm Bayern angemeldet, sondern im Bundesverkehrswegeplan.

Zubringer in keiner Planung existent- Luftnummer

Nach Auskunft von Ralf Elias vom Straßenbauamt kann diese Anmeldung allerdings erst nach der nächsten Bundestagswahl erfolgen, weil der Bedarfsplan erst dann fortgeschrieben wird, d.h. also in frühestens 4 Jahren. Im Klartext: Dieser Zubringer taucht demnach in keiner Planung auf und existiert als reine Luftnummer. Ob eine Anmeldung auch eine zwingende Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan bedeute?, war eine weitere Frage. Das könne derzeit niemand seriös beantworten, stellte Imhof klar. Schließlich sei eine Bundestagswahl dazwischen und niemand weiss wirklich, welche Entwicklungen bis dahin im Verkehr und in der Wirtschaft eintreten.

Braucht die Wirtschaft diese Straße wirklich?

Die Befürworter der B26n führen gerne das Totschlagargument an, dass die Wirtschaft diese Straße braucht. Am Stammtisch wurde dieses Argument jedoch kritisch hinterfragt. Was nutzt eine Straße der Wirtschaft , die frühestens 2032 befahrbar ist? Niemand der Befürworter beschäftigt sich ernsthaft mit den rasanten Veränderungen gerade in der Mobilität weltweit. Wer kann 2040 noch Sprit auf der Basis von Erdöl bezahlen? Längst ist bekannt, dass Erdöl begrenzt ist und für andere Zwecke, z. B. in der Medizin viel wichtiger ist. Viele Studien belegen, dass es keine lineare Beziehung zwischen einem schnellem Autobahnanschluss und einer florierenden Wirtschaft gebe. Das hat auch Dr. Schliephake, Verkehrsgeograf, in seinem Vortrag Mitte Dezember letzten Jahres im alten Rathaus klar gestellt. Die Wirtschaft der Zukunft braucht z.B. schnelle Datennetze. 490 Millionen Euro kann man diesbezüglich sinnvoller einsetzen, hieß es auf dem Stammtisch.

Was bedeutet diese Straße für Lohr und seine Bürger?

Kommt der Zubringer nach Lohr fahren darauf laut Straßenbauamt ca 12000 Fahrzeuge pro Tag nach Lohr. Über eine dritte Mainbrücke soll dieser Verkehr auf die untergeordneten Straßen in Lohr verteilt werden. Welche Auswirkungen das auf das Stadtgebiet und die hinterliegenden Gemeinden, wie Rechtenbach, Partenstein oder Frammersbach haben wird, ist derzeit unklar. Klar ist, dass die B26n als mautfreie Straße gebaut wird und somit zwangsläufig LKW- Verkehr anziehen wird. Die Lohrer Grünen wollen die Auswirkungen der B26n auf die Stadt Lohr an allen Verkehrsknotenpunkten sorgfältig prüfen und in die Diskussion im Stadtrat einbringen

Mehr Verkehr für Steinbach?

Auch mit dieser Frage beschäftigte sich der Stammtisch. Die Steinbacher sollen laut UVS, wenn der Zubringer kommt, vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Am Stammtisch wurde dieser Prognose widersprochen. Wenn der Zubringer nicht kommt, wird Steinbach sowoeso deutlich mehr Verkehr bekommen, als jetzt. Denn alle PKW uns LKW werden dann in Karlstadt von der B26n abfahren und die Abkürzung über den Spessart nehmen. Doch selbst mit Zubringer ist eine Entlastung fraglich, denn dann müssten die Fahrer bis Duttenbrunn auf der B26n fahren , um dann auf dem Zubringer ca 20 Kilometer zurück nach Lohr fahren.

Auch diese Frage wollen die Grünen sorgfältig prüfen , ob es tatsächlich Entlastungen gibt oder eher das Gegenteil der Fall ist.