BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

GRÜNE Main-Spessart

In der gestrigen Aufstellungsversammlung der GRÜNEN erhielt der 45-jährige Rechtsanwalt Armin Beck aus Karlstadt 100% der Stimmen. Beck ist verheiratet und hat drei Kinder. An erster Stelle stehe für ihn ein neuer Politikstil in Karlstadt mit einer echten Bürgerbeteiligung. Außerdem möchte er die Stadt zusammen mit der Wirtschaft zur umweltfreundlichsten im Landkreis Main-Spessart entwickeln. Er sprach sich ohne wenn und aber für den Erhalt des Karlstadter Krankenhauses aus. Er ist Mitglied im Bund Naturschutz, Vorstandsmitglied im Verein Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung Würzburg/B 26n e.V. und seit er 18 Jahre alt ist, Mitglied bei den GRÜNEN. Von 1992 bis 2000 war er Fraktionssprecher der GRÜNEN im Kreistag Schweinfurt.

Beck möchte durch seine Kandidatur eine echte Alternative für die Wählerinnen und Wähler bieten. Er habe gute Chancen in die Stichwahl zu kommen waren sich die versammelten Mitglieder und Anhänger der GRÜNEN in der Gaststätte Oberes Tor in Karlstadt einig.

Er sprach in seiner halbstündigen, programmatischen Rede davon, dass er als Bürgermeister den Stadtrat als Team verstehe und er die Moderation übernehmen will. „Die Stadträte vertreten für mich die Stadtteile und die Bevölkerung. Die Stärken der anderen sehe ich nicht als Bedrohung an.“ Er will in jedem Fall die Bürger bei allen wichtigen Entscheidungen (Beispiel: Leitbild – wohin soll sich Karlstadt entwickeln) einbeziehen. Ein Negativbeispiel nannte er auch: „In einer modernen Bürger- und Informationsgesellschaft kann es nicht sein, dass erst vollendete Tatsachen geschaffen und hinterher die Bürger informiert werden.“ Er spielte damit auf den Verkauf des Laudenbacher Waldes an. Beck: „Hier wurde zwei Wochen vor der anstehenden Bürgerversammlung, eine Stadtratsentscheidung herbei geführt, ohne den Laudenbachern die Gelegenheit zu geben sich einzubringen.“ Genau dass will er in Zukunft anders machen. Dass sich viele Karschter engagieren möchten und dies auch tun, sehe man beim Krankenhaus oder dem Schwimmbad und nicht zuletzt bei der B 26n. Er werde mit grünen Ideen antreten und sich für den Fortschritt und die Lebensqualität der Bewohner in Karlstadt und seinen Stadtteilen einsetzen.

„Karlstadt muss als Mittelzentrum und Kreisstadt auf Dauer ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung haben. Hätte es hier die Bürgerinitiative nicht gegeben, dann wäre im Jahr 2012 der Schlüssel umgedreht worden.“ Der Stadtrat habe sich erst auf Antrag der GRÜNEN mit dem Thema befasst. Wichtig sei für ihn auch die Hausarztversorgung im ländlichen Raum. Hier müsse sich die Stadt nach Kräften kümmern.

Die Naturschätze Karlstadts könnte man nicht hoch genug bewerten. Neben vielen Schutzbieten von überregionalem Rang mit den seltensten Pflanzen- und Tierarten, liege die Stadt und ihre Ortsteile in einer der schönsten Regionen in Deutschland. Diese Vielfalt gelte es zu bewahren. Sie sei auch die Grundlage für einen sanften Tourismus, den er absolut befürworte. Beck: „Der Tourismus ist in Karlstadt inzwischen zu einem Wirtschaftsfaktor geworden.“ Dies dürfe durch unüberlegte Verkehrsplanungen nicht aufs Spiel gesetzt werden. Es gelte nicht Mensch vor Uhu, sondern: „Dort wo es dem Uhu gut geht, da geht es auch dem Menschen gut.“

Beck möchte nach seiner Wahl zum Bürgermeister aktiv den Kontakt zu den ansässigen Wirtschaftsunternehmen, Handwerk, Handel und Gastronomie suchen. Für ihn ist die Vielfalt von Betriebsgrößen und Branchen wichtig zu erhalten. „Ich will immer zeitnah wissen, wo die Unternehmen der Schuh drückt.“ Um den Standort zu sichern und zu verbessern, seien geeignete Infrastruktur-Maßnahmen notwendig, aber in keinem Fall die B 26n in der geplanten Form. Sie würde das schöne Maintal zerschneiden und viele Bürger belasten, die bisher noch nicht von 40.000 Fahrzeugen am Tag belastet sind. Er spricht sich klar für bedarfsgerechte Lösungen insbesondere auch im Werntal aus. „Ich habe nie gesagt, dass ich grundsätzlich gegen Straßen bin. Ich halte nur die B 26n nicht für das Mittel der Wahl.“ Sie würde mehr Probleme bringen als lösen.

Als Chance für die Stadt müsse die Energiewende begriffen werden. Die Stadt solle Vorreiter in Sachen Energieeinsparung und bei regenerativen Energien sein. Hier sei sicherlich schon einiges auf dem Weg gebracht worden, erkannte er die bisherigen Bemühungen an. Mit einem Solarkataster (z.B.) könnte die Stadt versuchen, mehr Solaranlagen auf die Dächer zu bekommen. Denn die Zeiten der Freiflächensolaranlagen sein langsam aber sicher vorbei. Investitionen in die energetische Sanierung städtischer Gebäude, seien nachhaltige Investitionen in die Zukunft und würden in kurzer Zeit wirtschaftlich sein. Beck will Karlstadt zur umweltfreundlichsten im Landkreis machen. „Wir müssen die Potenziale der Stadt heben.“