BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

GRÜNE Main-Spessart

Im Rahmen „unterfränkischen Wirtschaftsherbstes“ des Arbeitskreises Wirtschaft von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Unterfranken fanden mehrere Dialoge (Firmenbesuche) mit den unterschiedlichsten Unternehmen in Unterfranken und bisher 3 Podiumsdiskussionen an verschiedenen Orten statt.

Die Veranstaltung in Main-Spessart befasste sich mit dem demografischen Wandel, dem drohenden Fachkräftemangel, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der gerechten Verteilung der Arbeit auf Frauen und Männer.

Mit MdL Margarete Bause (Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Bayerischen Landtag); Dr. Thomas Klein (Geschäftsführung Personalmanagement, WAREMA); Bernd Ruppert (Betriebsratsvorsitzender WAREMA); Theresia Erdmann (ehrenamtliche Verantwortliche für Familienarbeit der KAB) wurden die aktuelle Lage analysiert und Lösungsansätze diskutiert. Moderiert wurde das Podium und die anschließende Diskussion von Gerhard Kraft (Kreisvorsitzender GRÜNE MSP) aus Laudenbach.

In allen Prognosen nimmt die Bevölkerungszahl in Unterfranken und spezifisch auch im Landkreis Main-Spessart in den kommenden Jahrzehnten ab und der Altersdurchschnitt steigt gleichzeitig. Es drohend der Fachkräftemangel. Wie kann man dem begegnen? Wie sieht die Arbeitswelt morgen aus?

Viele dieser Fragen wurden am 04. Oktober im Lohrer Pfarrheim St. Michael diskutiert. Es konnten aufgrund der Komplexizität  zwar ansatzweise Antworten gefunden werden aber es gibt keine Patentlösungen, war eines der Ergebnisse. Der Demografische Wandel sei nichts neues, aber er werde in den Auswirkungen immer wieder von Neuem diskutiert, ohne wirkliche Konsequenzen daraus zu ziehen.

Die Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im bayerischen Landtag, Margarete Bause, betonte, dass viele Betriebe bereits „Maßnahmen“ ergriffen und erkannt hätten, dass sie z.B. auch ältere ArbeitnehmerInnen halten müssten. Hier müsse die Politik flankierend „unterstützen“. Ohne Planungssicherheit gehe da wenig bis nichts. Die Bildung sei einer der Schlüssel zur Bewältigung der Probleme. „Wir brauchen eine Bildungsstruktur, die es erlaubt, jedes einzelne Kind optimal zu fördern“. Sie plädierte für eine gute Ganztagsschule und eine ebensolche Kinderbetreuung.

Betriebsratsvorsitzender Bernd Ruppert, (WAREMA), verdeutlichte, dass bei dem Marktheidenfelder Sonnenschutztechnikunternehmen schon seit vielen Jahren „Aktivitäten gestartet wurden“, die die Firma heute besser dastehen ließen als andere Unternehmen. Als ein Beispiel nannte er - unter dem Aspekt Vereinbarkeit von Familie und Beruf - das Ferienbetreuungsprogramm „Sonnenkinder“ und die Kinderkrippe in Kooperation mit der Stadt Marktheidenfeld.

WAREMA -Personalchef  Dr. Thomas Klein erinnerte daran, dass vor Jahrzehnten die Karriere  einer Frau einen erheblichen Knick erhalten habe, wenn sie Kinder bekommen hat. Das habe sich „dramatisch geändert“. Das Familienunternehmen sehe die Familienfreundlichkeit als ein Mittel, gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Etwa 80 Prozent der WAREMA -Beschäftigten seien Frauen.

Inwieweit sich der Aufwand Familienfreundlichkeit für ein Unternehmen rechne, wollte Eugen Hain, Chef der Arbeitsagentur Würzburg wissen. Kurzfristig betrachtet rechne sich das nicht, sagte Dr. Klein, das zahle sich erst mittel- und langfristig aus. Alle Firmen seien gut beraten sich Gedanken darüber zu machen und Konzepte zu entwickeln.

Theresia Erdmann, ehrenamtliche Verantwortliche für Familienarbeit der KAB hielt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für nur schwer machbar. Durch die Mehrfachbelastung seien viele Eltern „völlig ausgelaugt“. Sie sehe eine große „Diskrepanz zwischen der Realität und dem, was momentan politisch gewollt ist“. Man müsse sich daher nicht wundern, wenn es immer weniger Geburten gibt. Sie stellte fest: „Was man eigentlich sucht, sind jobgerechte Familien und keine familiengerechten Jobs.“

Moderator Gerhard Kraft, Vorsitzender der Main-Spessart-Grünen, stellte abschließend fest, dass der Fachkräftemangel ein sehr großes Problem für die Wirtschaft in Main-Spessart werden wird. Daher müssten sich Politik und Unternehmen rechtzeitig darauf einstellen und konkrete Maßnahmen ergreifen.