BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

GRÜNE Main-Spessart

GRÜNE machen sich Gedanken zur Zukunft der Krankenhäuser in Main-Spessart

Aktueller Stand B 26n:



Auf Einladung der Kreisgrünen berichtete der 2. Vorsitzende des Vereins Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung Würzburg/B26n e.V., Günter Krönert (Duttenbrunn) über den aktuellen Stand der Planungen des hoch umstrittenen Verkehrsprojektes B 26n. Man habe im Verein nach genauer Befassung mit der im Dezember 2011 von der Regierung von Unterfranken vorgelegten landesplanerischen Beurteilung den Eindruck gewonnen, es solle den Gegnern Sand in die Augen gestreut werden. Einerseits seien Maßgaben formuliert und ein Prüfauftrag für eine abgespeckte Variante erteilt, andererseits wolle die Regierung beim Bund schon im Sommer 2012 das Linienbestimmungsverfahren beantragen. Letzteres würde bedeuten, dass die Planungen grundsätzlich auf Basis der bisherigen im Bundesverkehrswegeplan befindlichen vierstreifigen, zweibahnigen mit Seitenstreifen und damit autobahnähnlichen  B 26n unverändert weiter laufen würden. In den Maßgaben seien sehr oft die Formulierungen „soll“ oder „wenn möglich“ und ähnliches verwendet worden. Dies lasse befürchten, dass damit nach wie vor alles möglich sein werde. Krönert kritisierte die parallele Vorgehensweise und kündigte an: „Wir werden sehr wachsam sein und in jedem Fall den Widerstand aufrecht erhalten.“



Nein zur B 26n:



Kreisvorsitzender Gerhard Kraft, Laudenbach, bekräftigte das Nein der GRÜNEN zur geplanten B 26n und sprach sich erneut für bedarfsgerechte, lokale und regionale Lösungen aus, die zeitnah umgesetzt werden müssten. Es nütze niemanden wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren und zu warten das eine B 26n in Jahrzehnten irgendwelche Entlastungen bringe. Zumal das unselige Projekt den Verkehr in Bereiche verlagere, die derzeit kaum belastet sind. Es sei schon viel zu viel Geld in diese Straßenplanung geflossen. In der vorliegenden landesplanerischen Beurteilung werde an der Anschlussstelle Laudenbach/Himmelstadt fest gehalten. Diese Anschlussstelle würde eindeutig zu erheblichen Mehrbelastungen der Ortsdurchfahrten von Laudenbach und Himmelstadt führen. In einer der Maßgaben seien für die genannten Orte vor Inbetriebnahme der dieser Anschlussstelle Ortsumgehung, möglicherweise im Mainvorland, gefordert.



Krankenhäuser neu ausrichten:



Kraft, der auch Vorsitzender der sechsköpfigen grünen Kreistagsfraktion ist, berichtete über die Lage der Krankenhäuser und Senioreneinrichtungen die in einem Eigenbetrieb zusammen gefasst sind. Die gesetzlichen, politischen und damit auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sich im Laufe der Jahre nicht gebessert. Dennoch konnte in den vergangenen Jahren nach der Umsetzung des neuen Konzepts für die drei Krankenhausstandorte unter dem Strich eine schwarze Null erreicht werden. Insofern seinen die großen Anstrengungen von Erfolg gekrönt gewesen. Diese Leistung sei ohne motiviertes Personal nicht möglich gewesen. Kraft dankte allen die beteiligt waren, für ihren unermüdlichen Einsatz. In jüngster Zeit seinen unter anderem Veränderungen bei den Patientenströmen erkennbar, die ein erneutes Überdenken des Angebotes notwendig machen würden. Die vielfältige Konkurrenz schlafe nicht und es gelte nun das eigne Angebot neu auf den “Markt“ auszurichten. Gerade auch die demografische Entwicklung schlage im Landkreis Main-Spessart zukünftig hart zu. Weniger junge Menschen und mehr ältere, dies gelte es aufzunehmen und die Einrichtungen für die neuen Herausforderungen fit zu machen. Kraft drängte darauf, dass die medizinischen Angebote unbedingt zertifiziert und das gesamte Marketing des Eigenbetriebs offensiver gestaltet werden müsse. DIE GRÜNEN stehen nach wie vor zu einer flächendeckende medizinischen Grund- und Notfallversorgung. Klar sei aber auch, dass dem durchaus akzeptable Wirtschaftsergebnisse gegenüber stehen müssten. Bisher sei die Kreistagsmehrheit immer bereit gewesen, wenn nötig, auch Defizite zu akzeptieren. Kraft: „Wir verfolgen mit den Eigenbetrieben nicht zuvorderst Gewinnerzielungsabsichten. Für uns steht die medizinische Versorgung der Bevölkerung immer an erster Stelle. Dennoch muss stets bedacht werden, dass der Landkreis unzählige andere Aufgaben hat, die er finanzieren muss.“  So fordere zum Beispiel die Bildungslandschaft in den kommenden Jahren zwei- bis dreistellige Millionenbeträge. „Wir müssen herausfinden was wir am Besten können und zukunftsträchtige Fachbereich für unsere Krankenhäuser finden, die nachgefragt werden.“ Auf Dauer sei es nicht mehr möglich an allen drei Standorten ein ähnliches Angebot an Leistungen aufrecht zu erhalten. Der „Gemischtwarenladen“ müsse zu „Fachgeschäften“ weiter entwickelt werden. Kraft zeigte sich zuversichtlich: „Wir haben das Ruder schon einmal herumgerissen, warum soll uns das nicht erneut  gelingen.“



Bei der Energiewende die Bürger beteiligen:



Der Landkreis sei nach wie vor bemüht, sein Klimaschutzkonzept zu konkretisieren. Hier könne man mit der Zustimmung der Kreistagsmehrheit zu einem grünen Antrag, der die Zielvorgabe Umstellung der Strom- und Wärmeversorgung der öffentlichen Gebäude und der privaten Haushalte auf 100 Prozent regenerative Energieversorgung bis 2035, einen großen Erfolg verbuchen. Dass auch die Bevölkerung im Rahmen von öffentlichen Workshops in den Prozess Erstellung eines landkreisweiten Klimaschutzkonzepts mit eingebunden werde, wird von den GRÜNEN ausdrücklich begrüßt. Kraft: „Die Bevölkerung vor Ort muss unmittelbar an den Investitionen und damit auch an den Gewinnen teilhaben können.“  Die Sanierungsmaßnahmen an den kreiseigenen Gebäuden liefen planmäßig  weiter. Es sei gerade bei der energetischen Sanierung und der Umstellung der Heizanlagen auf regenerative Energiequellen einiges erreicht worden. Hier dürfe nicht nachgelassen werden. „Auch in diesem Betätigungsfeld gehen die Investitionen in die Millionen“ stellt Kraft fest.