BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

GRÜNE Main-Spessart

Kreisgrüne wählten neue Kassiererin

DIE  GRÜNEN in Main-Spessart wählten am Mittwoch der vergangenen Woche in Langenprozelten eine neue Kreiskassiererin. Der scheidenden Kreiskassierer Klaus Hofmann (Burgsinn) legte den Jahresabschluss für das Jahr 2009 vor. Die Kasse wurde von Ruth Haag (Marktheidenfeld) und Wolfgang Küber (Rieneck) geprüft und als vorbildlich geführt bewertet. Die Versammlung entlastete den langjährigen Kassierer und Kreisvorsitzender Gerhard Kraft (Laudenbach) dankte ihm im Namen des Kreisverbandes für die engagierte Tätigkeit. Hofmann war 5 Jahre Kassierer. Es sah sein Ehrenamt auch immer als Amt auf Zeit, das durchaus auch in neue Hände gegeben werden sollte und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit. Er will sich nun als aktives Basismitglied in die spannenden Debatten zur Lösung der wichtigen Zukunftsaufgabe wie Klimaschutz, Wirtschaft und Arbeitsmarkt einbringen.

Einstimmig neu gewählt wurde Gabi Okunick (Lohr). Für sie ist das Gebiet der Kassenführung nicht neu. War sie doch vor Hofmann schon lange Jahre Kassiererin bei den Kreisgrünen und im Ortsverband Lohr. Kreisvorsitzender Kraft: „Wir sind sehr erfreut, ein nahtlose Nachfolge, ohne Reibungsverluste erreicht zu haben. Es ist in der heutigen Zeit leider bei allen Ehrenämter nicht leicht Leute zu finden.“

Die Versammlung wählte Gerhard Kraft als Vertreter der Main-Spessart-GRÜNEN in das neu geschaffene Bezirkspräsidium. StellvertreterInnen wurden: Heiko Schmitt (Urspringen); Bärbel Imhof (Lohr) und Simone Tolle (Arnstein).

Kreisvorstandsmitglied Erich Hinderer (Thüngen) berichtete aus dem Arbeitskreis Wirtschaft.

„Spätestens die Finanz- und Wirtschaftskrise machte die Abhängigkeit des globalen Wirtschaftens vom Geldsystem deutlich“ stellte er fest. Die Klimakrise, die Begrenztheit der Rohstoffe und natürlichen Ressourcen sowie der Schutz der Umwelt zwingen zu einem nachhaltigen Wirtschaften. Schon seit 1972 als der Club of Rome die Grenzen des Wachstums ausrief, beschäftigen sich Grüne mit diesem Thema („Wir haben die Erde von unsern Kindern nur geborgt“ war ein Plakatslogan aus den frühen achtziger Jahren).

Besonders deutlich zeige Prof. Christoph Binswanger (St. Gallen, Literaturhinweis - Binswanger, Hans Christoph (2006), „Die Wachstumsspirale“) auf, dass unsere ganze Wirtschaft auf permanentes Wachstum angelegt ist. Sie unterstehe grundsätzlich einem Wachstumszwang und zusätzlich einem Wachstumsdrang. Hinderer: „Die Wachstumsspirale hat sich überschlagen. Sie ist ausgeufert und in eine Finanzblase ausgeartet, die zu einer Finanzkrise geführt hat.“ Heute könne man mit Banknoten zahlen, also mit Papiergeld, sowie mit Sichtguthaben bei den Banken, d.h. mit Guthaben, die auf den Girokonten bei den Banken verbucht werden. Man spricht daher auch von Bank- oder Buchgeld. Das Bank- oder Buchgeld kann in Banknoten eingelöst werden, aber die Banknoten nicht mehr wie früher in Goldmünzen. Die letzten Reste einer solchen Einlösungspflicht sind anfangs der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts dahin gefallen. Seither kann die Zentralbank ohne Rücksicht auf irgendwelche Goldreserven den Banken Einlagen auf Zentralbankkonten zur Verfügung stellen, die in Banknoten umgewandelt werden können. Auf diese Weise kann die Menge des Geldes − des Zentralbankgeldes und des Bank- bzw. Buchgeldes − stets erhöht werden. Man spricht von Geldschöpfung. Diese kann unendlich weitergehen, ohne an Grenzen zu stoßen, die früher durch die begrenzten Goldvorräte gegeben waren. Heute sind ca. 95% der Geldmenge Buchgeld, und nur 5% Banknoten inkl. Münzen.

Das Bank- oder Buchgeld vermehrt sich daher ständig mit den Schulden der Unternehmungen und den Schulden der Banken, also durch eine gegenseitige Verschuldung von Unternehmungen und Banken Daraus resultiert: Da die einzige Schranke für die Ausgabe von Buchgeld der Banken ihre Einlösbarkeit in Zentralbankgeld bzw. Banknoten ist, diese aber nicht mehr in Gold eingelöst werden müssen, und die Zentralbanken den Banken daher grundsätzlich unbeschränkt Zentralbankgeld bzw. Banknoten zur Verfügung stellen können, beruht unser ganzes Geldsystem heute auf der Vermehrung "ewiger" Schulden. "Ewige" Schulden, d.h. Schulden, die man nie bezahlen muss, kann man unendlich vermehren!

Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes mündet in einem Wachstumszwang. Der Wachstumszwang wird ergänzt durch einen steten Wachstumsdrang Wir können den Wachstumszwang und vor allem den Wachstumsdrang, wenn wir ihn einmal erkannt haben, wesentlich reduzieren und qualifizieren. Das Ziel kann und muss eine nachhaltige Wirtschaftsweise sein.

Die Kreisgrünen planen im Herbst eine Veranstaltung zum diesem Themenkomplex.