BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

GRÜNE Main-Spessart

CSU-Gesetz verlangt Unmenschliches von den Erzieherinnen

 

Die grüne Abgeordnete Simone Tolle fordert anlässlich des Erzieherinnenstreiks die dringend notwendige Änderung des bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (BayKiBiG), um die derzeit unzumutbaren Arbeitsbedingungen der Erzieherinnen zu beenden. "Ministerin Haderthauer selbst fordert, dass bei allen Beteiligten des Streiks die Einsicht wachsen müsse, da kann sie gleich bei sich selbst anfangen, denn das BayKiBiG fällt allein in ihren Zuständigkeitsbereich", so die Arnsteiner Abgeordnete. Über Lippenbekenntnisse gehe nämlich die Politik für die KiTas nicht hinaus. Es könne nicht sein, dass jeder auf den Wert der frühkindlichen Bildung verweise, aber gleichzeitig die, die sich um unser höchstes Gut, unsere Kinder, kümmern, Arbeitsbedingungen von annodazumal vorfinden. Sie kritisierte eine hohe Anzahl von Änderungskündigungen und Angst um den Arbeitsplatz bei den Erzieherinnen. "Wenn wir den Trägern vernünftige Rahmenbedingungen und Finanzierungsgrundlagen geben, dann können sie auch andere Bedingungen bieten", so Tolle. Auch mit kleineren Gruppen, die durch einen verbesserten Anstellungsschlüssel möglich gemacht werden müssten, sei den Erzieherinnen schon sehr geholfen. Durch das BayKiBiG hätten sich die Bedingungen für die Erzieherinnen im Freistaat stark verschlechtert. "Von den Erzieherinnen werde oft die Quadratur des Kreises verlangt", so Tolle. So gebe es z.B. keine Anrechnungszeiten mehr für Elterngespräche oder Vorbereitung. Sie habe, so Tolle, die Erzieherinnen in zahlreichen Gesprächen als besonders motivierte Berufsgruppe kennengelernt, denen an einer guten Unterstützung der Kinder gelegen sei. Die Rahmenbedingungen würden eine gute Arbeit jedoch unmöglich machen. Dies führe auch zu seelischen Belastungen. "Eine grundlegende Reform", so Tolle, "ist mehr als angebracht und sollte für die Sozialministerin die logische Konsequenz auf den Streik sein".