BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

GRÜNE Main-Spessart

Vorsitzende Bärbel Imhof fand am vergangenen Freitag im Rahmen einer Ortverbandsversammlung in der Pizzeria „La Grotta“ deutliche Worte auf die Attacken gegen ihre Partei  durch ihren Stadtratskollegen Seppl Blenk vom Aschermittwoch. „Statt Stillstand zu bejammern und andere Fraktionen völlig zu Unrecht anzugreifen, solle er doch selber Vorschläge erarbeiten und Anträge stellen.“
Die Lohrer Grüne wehren sich dagegen, als Blockierer eines neuen Stadtjugendpflegers hingestellt zu werden. Sie haben damals maßgeblich dazu beigetragen, dass diese Stelle überhaupt erst geschaffen wurde  und mit Rico Ehrsam einen erstklassigen Mann eingestellt. Im Gegensatz zu manch anderen haben sie stets auf die Notwendigkeit der Stadtjugendpflege hingewiesen, insbesondere lag ihnen der enge Kontakt mit den Schulen am Herzen. Bei den  Haushaltsberatungen im Dezember vergangenen Jahres waren sie die einzigen, die klar herausgestellt haben, dass Jugendpflege eine gesetzlich verankerte Aufgabe der Kommune ist und dass wir einen hoch qualifizierten Ansprechpartner für unsere Jugendlichen brauchen.
Im Rahmen einer Klausur soll nun erarbeitet werden, welches Aufgabenprofil die Stadtjugendpflege bekommen soll, wie die Zusammenarbeit mit dem Juze aussehen, wo sie untergebracht werden und wie sie im Rathaus angebunden werden soll.  Es gibt auch Überlegungen, gemeinsame Sache mit den Kirchen zu machen, die auch Jugendarbeit anbieten. Alle Betrachtungen müssen nun in ein Konzept gegossen werden und jede Partei müsse sich ihre Gedanken machen.
Nach Blenks Aussage gäbe es absolutes Stillschweigen in Bereich Umwelt. Diese Aussage ist für die Grünen gerade zu grotesk. Man habe im Stadtrat auf Antrag der Grünen einen neuen Umweltausschuss geschaffen, der als aktives Gremium dem Stadtrat zuarbeiten soll. Die bisher stattgefundenen Sitzungen wurden federführend von Imhof vorbereitet. Auch die Seminare zur Energieversorgung mit Herrn Thiefenthaler oder zur Bauleitplanung waren eine Idee der Grünen und haben sehr viele und gute Informationen für die neuen und alten Stadträte gebracht.
Vielleicht erinnert sich Herr Blenk ja auch noch daran, dass man bis auf Sendelbach alle geplanten Baugebiete zurückgestellt hat, um sich auf die Innenentwicklung der Altstadt und der Ortsteilkerne zu konzentrieren. Außerdem wolle man die leerstehenden Häuser erfassen und ein Konzept für deren Nutzung erstellen. Das ist Umweltschutz pur und ein urgrünes Anliegen.
Auch der Arbeitskreis „Altstadt“ führt jetzt auf Imhofs Anregung hin einen Workshop zur Erarbeitung von Leitlinien in der Altstadtsanierung und- nutzung durch.
Derzeit werden alle städtischen Gebäude energetisch untersucht. Darüber wurde mehrfach im Stadtrat berichtet. Künftig soll eine zentrale Gebäudebewirtschaftung eingerichtet werden, die sehr viel Geld einsparen wird. Bisher hat jede Abteilung die ihnen zugeordneten Häuser selber verwaltet, Synergien wurden kaum genutzt.
Im Rahmen des Konjungturpaketes sollen weitere energetische Projekte umgesetzt werden.  Wo ist da Stillschweigen, fragen sich die Grünen?
Leider hat Herr Blenk auch  nicht an dem Workshop „Tourismus“ teilgenommen, sonst wüßte er, dass sehr wohl konzeptionell gearbeitet wurde und der Tourismus absolut weiter gestärkt werden soll. „Wir Grüne wünschen uns ein starkes Bündnis aller Vereine ,Verbände und touristisch Schaffenden, die  sich gemeinsam ein Konzept geben und Projekte für unsere Stadt entwickeln. Sehr viel stärker als bisher sollen die Schnittmengen zwischen Kultur und Tourismus genutzt und die interkommunale Zusammenarbeit ausgebaut werden. Solche Aufgaben stellen wir uns für einen künftigen „Citymanager“ vor.  Keinesfalls sollte diese Person die Stadthalle mit vermarkten. Dann haben wir die Situation eines Stadthallenmanagers und der Tourismus bleibt auf der Strecke“, stellt Imhof  klar. Welche Vorstellungen hat denn Herr Blenk?
Es sind also trotz der häufigen Termine für das Forum Lohr viele Dinge im Fluss. Viele Vorschläge werden derzeit in den Arbeitskreisen erarbeitet und nicht sofort im Stadtrat ausgebreitet. Auch die SPD hat dort einen Platz  und kann jederzeit mitarbeiten. Die Grünen fragen sich, warum Herr Blenk von alledem nichts mitbekommt.