"Dass die CSU mit der sogenannten Forstreform auf dem Holzweg ist, war vielen schon von Anfang an klar", so die Arnsteiner Landtagsabgeordnete, Simone Tolle. Sie sei deshalb froh, dass betroffene Bürgermeister ihre Erfahrungen nun direkt an den Vorsitzenden des Landwirtschaftsausschusses, Gerhard Eck, weitergegeben hätten. Eck hatte angekündigt, "mit allem, was möglich ist, dafür zu kämpfen, dass man auf die Argumente der Gemeinden reagiert".

Dafür, so Tolle, werde Gerhard Eck die größtmögliche Unterstützung der Grünen erhalten. Dies habe sie vergangene Woche mit dem forstpolitischen Sprecher der Grünen im bayerischen Landtag und Vorsitzenden des Umweltausschusses, Dr. Christian Magerl, so besprochen.

Beide erinnern daran, dass eine Evaluation der Forstreform schon längst hätte durchgeführt sein müssen. Die Grünen hätten, um die Staatsregierung zu einer Evaluation zu zwingen, eine Interpellation eingereicht, auf deren Beantwortung sie immer noch warteten.

Tolle erinnerte daran, dass sie im Vorfeld der Forstreform auf die möglichen Folgen aufmerksam gemacht habe. Bei einem Besuch im Rienecker Wald habe sie gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister versucht, auf genau diese Folgen aufmerksam zu machen. Main-Spessart habe nicht umsonst eine der höchsten Teilnehmerquoten in ganz Bayern beim Volksbegehren gegen die Forstreform erreicht.

Sie hoffe darauf, dass nun wegen des geplanten Personalabbaus zügige Entscheidungen getroffen würden. "Es sei nicht verwerflich, einen Fehler zu korrigieren", so Tolle. "Schlimmer sei es, wenn man auf ihm beharren würde". Sie forderte die Staatsregierung auf dafür zu sorgen, dass Kommunen und staatliche Forstverwaltung zum Wohle des Waldes eine Einheit bilden können. "Hierfür brauchen wir vor allem in der Fläche genügend Personal". Auch die Ungleichbehandlung von Kommunen mit eigenem Forstpersonal müsse ein Ende haben. Nachhaltigkeit für den Wald müsse umgesetzt werden. "Der Wald ist kein betriebswirtschaftliches Gut, sondern er hat Gemeinwohlfunktionen wie Hochwasserschutz, Trinkwasserschutz, Natur- und Artenschutz. Darüber hinaus ist er für alle BürgerInnen ein Ort der Erholung, der reinem Profitdenken nicht schonungslos ausgesetzt werden darf."


 

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