"Das Kultusministerium plant einen großen Umbruch in der Hauptschullandschaft", so die Arnsteiner Abgeordnete, Simone Tolle. Die Pläne seien vor ihrer Ankündigung in der nächsten Woche jetzt schon bekanntgeworden. So will Kultusminister Spaenle die Hauptschule in "Mittelschule" umbenennen. M-Züge sollen dann bereits ab der 5. Klasse angeboten und "Super-M-Züge" heißen. Damit verbunden sein wird eine große Umorganisation der Schullandschaft, denn "Mittelschule" dürfe sich nur die Schule nennen, die mehr als 300 Schüler aufweisen könne. Alle anderen Schulen müssten sich zusammenschließen, um "Mittelschule" zu werden.

Damit werde, so Tolle, die größte Umorganisation der bayerischen Schullandschaft eingeleitet. Große Schulzentren würden das Sterben kleiner Standorte beschleunigen. Auch die "mittlere Reife light" hatte bisher bereits nicht die erhoffte Akzeptanz.

Tolle forderte ein Ende des frühen Übertritts nach der 4. Klasse. Die Kinder sollten die Chance erhalten, länger gemeinsam zu lernen. So könne die Schule im Dorf bleiben. "Beispiele", so Tolle, "gibt es auch in der Bundesrepublik. In Schleswig-Holstein können die Kommunen wählen, ob sie Haupt- und Realschule zusammenlegen oder eine Gemeinschaftsschule errichten, in denen die Kinder neun Jahre ohne Auslesedruck zusammen lernen können. Dass die Modelle funktionieren, davon habe sie sich im letzten Jahr bei einem Besuch verschiedener Schulen in Schleswig-Holstein überzeugen können.

Sie forderte neue, konstruktive Lösungen, die in Zusammenarbeit mir den Menschen vor Ort erarbeitet werden, wie z.B. das BLLV-Modell "regionale Schulentwicklung". Dort geht es um pragmatische Lösungen mit dem Ziel, möglichst vielen Kindern wohnortnahe und attraktive Abschlüsse zu ermöglichen und Gemeinden durch den Erhalt ihrer Schulstandorte nachhaltig zu stärken.

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