BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

GRÜNE Main-Spessart

Die grüne Landtagsabgeordnete Simone Tolle hat die vermeintliche Kehrtwende der Staatsregierung beim Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft als dreistes Täuschungsmanöver zurückgewiesen: „Das ist keine Wende, das ist eine von Becksteins üblichen Wahlkampf-Pirouetten“, so Tolle. Kein Bundesland habe in den zurückliegenden Jahren durch den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen auf Staatsgütern so massiv zur Ausbreitung der Agro-Gentechnik beigetragen wie Bayern. Jeder Vorstoß der Grünen, den Freistaat gentechnikfrei zu machen, sei von der Regierungsmehrheit zunichte gemacht worden. „Wenn es Beckstein mit seinem überraschenden Bekenntnis für ein gentechnikfreies Bayern wirklich ernst wäre, hätte er schon längst seine eigenen Gentechnikversuche auf den bayerischen Staatsgütern stoppen können.“ Deshalb sei es auch entlarvend, dass der Ministerpräsident den Anbau zu Forschungszwecken weiter aufrecht halten wolle: „Das ist genauso unsinnig wie ein bisschen schwanger zu sein – ein bisschen Gentechnik geht nicht.“ Wer die bayerische Landwirtschaft nachhaltig gentechnikfrei halten wolle, müsse endlich die Fakten anerkennen und einräumen, dass die Koexistenz von Gentechnik und konventionellem Anbau gerade in einer kleinräumigen Landwirtschaft wie der bayerischen nicht funktionieren könne. „Der angebliche Vorstoß der Staatsregierung für ein Verbot des Genanbaus entpuppt sich damit als Gipfel der Heuchelei“, kritisierte Simone Tolle. Das zeige sich schon darin, dass das Kabinett den völlig uneffektiven Weg über den Ausschuss der Regionen einschlage: „Der Ort, an dem man wirklich etwas gegen die Agrogentechnik bewegen könnte, ist der EU-Agrarministerrat. Hier hätte Becksteins Parteifreund, Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer, alle Möglichkeiten offen. Doch da hat Seehofer bisher noch immer die Hand für die Gentechnik gehoben.“