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In der Jahreshauptversammlung des Ortsverbandes Bündnis 90/DIE GRÜNEN verwiesen die bisherigen Vorsitzenden Wolfgang Tröster und Armin Beck auf die kontinuierliche Arbeit der Mitglieder, die sich besonders darin zeige, dass in Kürze ein geschlossenes Wahlprogramm vorliegen werde. Dieses enthalte wichtige Grundsätze für die Weiterentwicklung der Stadt in den nächsten Jahrzehnten und sei sehr stark geprägt von der Mitarbeit der designierten Bürgermeisterkandidatin Heike Metzger. Tröster hob außerdem die hervorragende Stadtratstätigkeit der Ausschussgemeinschaft Metzger, Wittstadt, Merklein und den regen Meinungsaustausch von Mitgliedern und Grünen-Stadträten hervor.
In der anschließenden Neuwahl wurde Heike Metzger einstimmig zur neuen Ortsverbandsvorsitzenden gewählt. Weiteres Vorstandsmitglied wird Armin Beck sein, das Amt des Pressesprechers wird W. Tröster, das des Schriftführer Gerhard Kraft begleiten, zu Beisitzern wurden Horst Wittstadt und Oskar Gehrsitz bestimmt.
Heike Metzger informierte danach die anwesenden Mitglieder über die Ziele, die sie als Ortsverbandsvorsitzende stärker verfolgen werde und in die politische Diskussion einbringen möchte . Sie stellte klar, dass DIE GRÜNEN gerade auch in der Kommunalpolitik den ganzheitlichen Ansatz nicht aus den Augen verlieren und entsprechende Vorschläge machen würden. Dem dramatischen Klimawandel müsse man auch als Kommune durch eine verantwortliche und selbstverpflichtende Vorgehensweise begegnen. Die Stadt Karlstadt könne, so Heike Metzger, in punkto Luftreinhaltung, Lärmschutz, Energiesparen als Vorbild handeln und somit den Bürgern realisierbare Möglichkeiten eines für die Zukunft tragenden Energiekonzeptes aufzeigen. So sollten die öffentlichen Gebäude hinsichtlich ihres Energieverbrauchs überprüft werden. Denkbar wären auch ein Energiepass bzw. –ausweis, auf denen die Beiträge zum Energiesparen honoriert würden. Der von der Ausschussgemeinschaft Grüne/W. Merklein eingebrachte Energieantrag ziele bereits in diese Richtung.
Auch im Bereich Bauen, Wohnen, Sanieren möchte Heike Metzger zusammen mit den Mitgliedern des Ortsverbandes neue Ansätze erarbeiten. Ungehemmter Flächenverbrauch sowie der Bau überdimensional großer Häuser seien angesichts der demografischen Entwicklung und ökologischen Gefährdungen nicht mehr zeitgemäß. Zukünftige Bebauungspläne müssten dem mehr Rechnung tragen.
Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Karlstadt und das Angebot für die Verbraucher könne durch einen noch stärkeren Branchenmix gefördert werden. Dies ließe sich durch gezielte Anwerbung wichtiger kleingewerblicher und mittelständischer Anbieter aus allen Konsum- und Dienstleistungsbereichen erreichen. Dazu bedürfe es aber eines Wirtschafts- und Umweltreferenten, der in Zusammenarbeit zusammen mit dem Gewerbeverein ein ausgewogenes Konzept erarbeiten müsse. Neue Formen des Warenangebots bis hin zu einem Lieferservice, vor allem für ältere Mitbürger, könnten hier ebenfalls entwickelt werden. Heike Metzger möchte solche Perspektiven durch einen Ideenaustausch mit dem Gewerbeverein konkretisieren.
Besonderes Augenmerk widmete die neue Grünen-Vorsitzende dem Bereich Bildung, Betreuung, Integration. Die neuen Formen der Kinderbetreuung, Krippe, Schulsozialarbeit u.a., müssten von der Kommune gefördert werden, gleichzeitig dürfe aber der Staat von seinen Pflichten nicht entbunden werden. Ein – bereits von der Ausschussgemeinschaft beantragter- Familienbeirat könne die Belange der Familien sowohl im Stadtrat als auch in der Öffentlichkeit mehr ins Bewusstsein setzen und so viele Eltern dazu bringen, ihre Vorstellungen einzubringen, und so zu schnelleren und effektiveren Maßnahmen führen.
Bestärkt werden müsse die Volkshochschule hinsichtlich ihres Angebots an Deutschkursen. Etlichen türkischen Frauen sei das schon in bereichernder Weise zugute gekommen, die
Integration von Bürgern aus anderen Ländern könne dadurch entscheidend erleichtert werden.
Um die Stadt noch stärker auf die mit der demografischen Entwicklungen einhergehenden Herausforderungen(Rückgang der jüngeren, Anwachsen der älteren Generation) vorzubereiten, möchte Heike Metzger als Verantwortliche des Grünen-Ortsverbandes mit Fachleuten zusammenarbeiten, die entsprechende Konzepte vorstellen, wie Karlstadt durch die verschiedensten Einrichtungen und Angebote kinder- und seniorenfreundlicher werden könne. Nur so werde man in der Lage sein, auf die veränderte Altersstruktur rechtzeitig und angemessen reagieren.
Mehr Mobilität in der Stadt lasse sich, so Heike Metzger, besonders dadurch bewirken, dass die Infrastruktur stärker auf das Fahrrad ausgerichtet sei. Eine klare Absage erteilte sie in diesem Zusammenhang der geplanten autobahnähnlichen B 26 n. Deren Folgelasten für die Stadt, Bau von Zufahrten, Reagieren auf neu entstandene Verkehrsströme, bringe nur neue Abhängigkeiten und binde die Stadt auch finanziell in nicht zu verantwortendem Maße.
In der Erkenntnis, dass die von ihr genannten Ziele nicht erreicht werden können ohne die Mitwirkung des Bürgers, ermunterte Heike Metzger die Stadt Karlstadt dazu, den Bürgerservice auszubauen. Sie selbst wolle in ihren Funktionen bereits jetzt und im Falle einer Wahl als Bürgermeisterin gerade diesem Bereich große Bedeutung zumessen. Verwaltung betrachte sie als eine Zukunftswerkstatt, in der Bürger und Fachleute in regem Austausch stünden und kreativ an der Weiterentwicklung ihrer Kommune zusammenarbeiten.
Der ehrenamtliche Einsatz von Bürgern bekäme in diesem Zusammenhang ebenfalls eine größere Bedeutung.
Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag und Landratskandidat Gerhard Kraft brachte zum Abschluss der Versammlung Heike Metzgers weitläufiges und umfassendes Programm als neue Grünen-Vorsitzende mit dem Satz „Heike Metzger führt Karlstadt aus dem Keller“ auf den Punkt.
Wolfgang Tröster
Pressesprecher