BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

GRÜNE Main-Spessart

Kreisgrüne wählen Gerhard Kraft einstimmig zum Landratskandidaten

 

Gerhard Kraft (47) aus Laudenbach tritt für Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Landkreis Main-Spessart als Landratskandidat an. Seine Partei steht 100-prozentig hinter ihm, das wurde bei der Nominierung am Montag, den 23. Juli 2007 im Lohrer Gasthaus Schönbrunnen deutlich, denn alle 23 Wahlberechtigten gaben ihm ihre Stimme.

Kraft ist seit 25 Jahren Mitglied der GRÜNEN und gehört seit 1996 dem Kreistag Main-Spessart an und ist seit dem auch Vorsitzender der fünfköpfigen grünen Kreistagsfraktion. Für den ÖKO-KREIS Gemünden war er als Fraktionsvorsitzender 14 Jahre lang im Stadtrat von Gemünden. Ursprünglich hatte er beruflich mit Autos zu tun und hat 1992 seine Kraftfahrzeug-Meisterprüfung mit Erfolg abgelegt. Er arbeitete von 1994 bis 2003 für die Landtagsabgeordnete a.D., Petra Münzel in München. Heute ist er persönlicher Referent der Landtagsabgeordneten Simone Tolle im Karlstadter Büro.  

Kraft will Landrat von Main-Spessart werden, weil er Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft geben will und weil er zukunftsweisende Konzepte zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis hat. Er bringt Kreativität und Kompetenz mit, und kann aufgrund seiner langjährigen kreispolitischen Erfahrungen am 01. Mai 2008 sofort loslegen.

Hier seine Rede:

GRÜNE Erfolge im Kreistag

Krankenhäuser

 

Kraft: „Wir GRÜNE haben maßgeblich daran mitgearbeitet, dass die wohnortnahe medizinische Versorgung der Menschen im Landkreis durch drei Krankenhausstandorte weiter besteht. Unsere Forderung war neben der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit, auch der Erhalt von Arbeitplätzen in den Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen und eine ständige Qualitätsverbesserung des Angebotes und der Leistungen. In der Krankenhauskommission haben Bärbel Imhof und ich immer eine klare Linie gefahren. Wir GRÜNE sind in diesem ganzen, sehr schwierigen Prozess nie umgefallen und haben immer an die dezentrale medizinische Grundversorgung geglaubt.

 

Mit der Angliederung der Neurologie an das Lohrer Haus ist dem Kreis die Abrundung des Standortes gelungen. Um die Geburtshilfe im Landkreis zu halten und gleichzeitig den Standort Karlstadt zu sichern war die Zusammenfassung der gesamten Geburtshilfe in Karlstadt nötig. In Marktheidenfeld konnte u.a. durch die Gesundheitsakademie neue Akzente gesetzt werden.

 

Es ist uns erstmals gelungen, im Jahresabschluss des Eigenbetriebes 2006 schwarze Zahlen zu schreiben.

 

Wir haben uns in Main-Spessart den Herausforderungen zum strukturellen Umbruch in der Krankenhauslandschaft gestellt. Unsere Häuser stehen inzwischen wieder auf einer stabilen Grundlage. Im Landkreis Miltenberg wurden die Krankenhäuser einfach an einen privaten Betreiber verkauft. Wir haben es uns nicht leicht gemacht und einen steinigen Weg beschritten. Der Erfolg gibt uns Recht:  

Es war der richtige Weg! Diesen Weg will ich fortsetzen.

 

Dennoch können wir uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. Immer neue Herausforderungen sind zu bewältigen: Mehrwertsteuererhöhung, Änderungen in der Gesundheitspolitik, Personalkostensteigerungen usw.. Der Landrat, die KreisrätInnen und die Verwaltung sind ständig gefordert. Die unsägliche Gesundheitsreform der großen Koalition und deren wunderbare Mehrwertsteuererhöhung sorgen dafür, dass wir leider ab 2007 wieder rote Zahlen schreiben müssen.

 

Als Landrat werde ich mich voll und ganz dafür einsetzen, dass unser Eigenbetrieb erhalten bleibt. Eine Privatisierung oder eine Änderung der Rechtsform z.B. hin zu einem Kommunalunternehmen wird es mit mir nicht geben. Das sind wir alleine schon unseren Beschäftigen schuldig, ohne die dieser Kraftakt der vergangen Jahre nicht möglich gewesen wäre! Ihnen gebührt mein höchster Respekt. Ich will Krankenhäuser und Senioreneinrichtungen bei denen die Patientin und der Patient  im Mittelpunkt der Überlegungen stehen.“

 

 

Energetische Sanierung der kreiseigenen Gebäude im Zeichen des Klimawandels 

„Wir GRÜNE haben die Erfassung und ein Konzept zur energetischen Sanierung der Kreiseigenen Gebäude angestoßen: Der Kreisausschuss hat am 13.02.2006 diesen Antrag von uns einstimmig beschlossen. Inzwischen liegt eine umfangreiche Bestandsaufnahme vor, die nun Schritt für Schritt abgearbeitet werden muss. Die Umsetzung erfolgt nach den Möglichkeiten in der mittelfristigen Finanzplanung des Landkreises. Den Anfang macht nun die Realschule Gemünden. Sie wird abschittsweise komplett saniert. Der Schwerpunkt liegt neben den schulischen Anforderungen auf der Einsparung von Energie.

 

Schon in den Vorjahren wurden mit der Holzhackschnitzelheizanlage für die Realschule und das Hallenbad in Karlstadt auf den nachwachsenden Rohstoff Holz umgestellt. Hier waren wir GRÜNE die Vorreiter und inzwischen haben auch die anderen erkannt, dass man mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben kann. In Karlstadt wird es in absehbarer Zukunft einen Energieverbund zwischen Landkreisschulen und den städtischen Schulen geben. Es geht voran.

 

Wir haben jahrelang dafür gekämpft, dass eine Verschiebung der Investitionsmittel weg vom Tiefbau hin zum Hochbau stattgefunden hat. Der Bauunterhalt an den kreiseigenen Gebäuden wurde zu Gunsten der Kreisstraßen vernachlässigt. Doch mit unseren Argumenten konnten wir sowohl die Verwaltung als auch die Kreistagskolleginnen und Kollegen überzeugen. Als Landrat werde ich diesen erfolgreichen Weg konsequent weiter beschreiten.

 

Auch der Landkreis muss seinen Beitrag zur Ressourceneinsparung leisten, um den Klimawandel zu stoppen. Hier wird einer meiner Schwerpunkte als Landrat liegen. Ich werde den AGENDA-21-Prozess gezielt unterstützen, da er auf Bürgerbeteiligung setzt und ich die Menschen mitnehmen will. Schon seit der Gründung der Landkreis-AGENA-21 vor 6 Jahren bin ich aktives Mitglied im Arbeitskreis Ressourcen und nehme als einziger Kreisrat regelmäßig an Sitzungen und Veranstaltungen teil. Die Ideen und Konzepte aus den Arbeitskreisen sollen Eingang in die politischen Endscheidungsprozesse finden. Der Landkreis muss sich das Potenzial aus der AGENDA 21 zu nutze machen. Ich möchte dass sich mehr Menschen in die AGENDA-Arbeit einbringen. Vor allem müssen auch noch Unternehmerinnen und Unternehmer dafür gewonnen werden. Die AGENDA-21-Beauftragte wird von mir bei allen Baumaßnahmen des Landkreises eingebunden werden.“

 

Jugendarbeit im Landkreis

 

„Der Initiative von Simone Tolle, unserer Landratskandidatin aus dem Jahr 2002, ist es zu verdanken, dass es im Landkreis seit kurzem eine Jugendstiftung gibt.

Wir GRÜNE haben hier einen wesentlichen Impuls gesetzt. So kann in Zukunft die Jugendarbeit aus den Stiftungsmitteln unterstützt werden. Wie z.B. Präventionsveranstaltungen in den Bereichen (Gewalt, Rechtsradikalismus, Sucht, Medien usw.) oder der interkulturelle Austausch oder die Betätigung im sportlichen oder gesundheitlichen Bereich.

Mir ist auch der 3. Jugendzeltplatz in Erlasee sehr wichtig. Wir GRÜNE haben uns entschieden gegen die Widerstände von Kreistagskolleginnen und Kollegen gewandt und geschlossen, als einzige Fraktion, eine klare Linie vertreten. Wir konnten dieses Projekt am Ende durchsetzen. Wie ich vor kurzem selber miterleben konnte, ist gerade durch die Aktion „Zeit für Helden“ und den engagierten Einsatz der Kinder und Jugendlichen in Erlasee, der Platz vorangebracht worden. Ich bedanke mich bei allen Heldinnen und Helden und dem gesamten Organisationsteam. Ich bin stolz auf eine solche Jugend im Landkreis. Hier zeigt sich, wenn man die Jugend fordert, dann macht sie auch mit.“

 

Sozialpädagogische Familienhilfe

 

„Auf unsere unermüdliche, jahrelange Initiative hin, hat der Kreistag bei den Haushaltsberatungen 2007 endlich beschlossen, eine längst überfällige, zusätzliche Stelle für die Sozialpädagogische Familienhilfe zu schaffen. Seit dem 01. Juli diesen Jahres ist die Stelle besetzt. Jetzt erst ist es möglich, weiteren Familien die dringend benötigte Unterstützung zukommen zu lassen. Immer mehr Eltern geraten in Schwierigkeiten und sind mit der Kindererziehung überfordert. Immer mehr Kinder und Jugendliche geraten aus dem Gleichgewicht. Sie können den Anforderungen der Gesellschaft nicht mehr gerecht werden. In diesen Fällen ist Hilfe von außen unerlässlich.

Die Sozialpädagogische Familienhilfe (§ 31 SGB VIII) gehört zu den Hilfen zur Erziehung (§ 27 SGB VIII). Durch intensive Beratung und Begleitung von Familien werden Lösungen von Alltagsproblemen und Konfliktbewältigung probiert und geübt. Die Hilfe ist in der Regel für einen längeren Zeitraum von mehreren Monaten bis hin zu einigen Jahren gedacht.

 

Mit der Sozialpädagogischen Familienhilfe soll Eltern, bzw. Alleinerziehende mit ganz praktischen Hilfen bei Fehlern in der Kindererziehung (z.B. Vernachlässigung), in der Versorgung des Haushaltes und bei unangemessenem Ausgabeverhalten geholfen werden. Dies geschieht u.a. bei gravierender häuslicher Unterversorgung (Stichworte: Wohnung, Hygiene, Bildung) oder bei unmittelbar zeitlich befristeten Schwierigkeiten in vielen Lebensbereichen.

 

Sozialpädagogische FamilienhelferInnen besuchen Familien regelmäßig in Ihrer Wohnung. Bei ihren Besuchen erleben sie die vorliegenden Probleme unmittelbar vor Ort und suchen gemeinsam mit den Familien nach nahe liegenden und passenden Lösungen. Den Familien soll die Verantwortung für die Bewältigung ihrer vielfältigen Probleme nicht abgenommen werden, sondern sie sollen durch Hilfe zur Selbsthilfe zu eigenen Lösungen angeregt werden, um die vereinbarten Ziele zu erreichen.  

Die Wartelisten sind dennoch lang und oft haben sich die Probleme in dieser Wartezeit verschärft. Ich möchte mein Augenmerk speziell auf diejenigen richten, die am Rand der Gesellschaft stehen. Ich will den Bedarf im Landkreis genau analysieren und bei weiterem Bedarf auch weitere Stellen schaffen.

 

Prävention ist wichtig! Wenn wir früh genug eingreifen, kann Kindern, Jugendlichen und ihren Familien geholfen werden. Jeder Euro ist gut angelegt. Tun wir nichts, entstehen im Nachhinein gewaltige Kosten für uns alle. Deshalb will ich auch die Förderung der offenen Jugendarbeit beibehalten und ausbauen, ohne die verbandliche Jugendarbeit zu vernachlässigen.“

 

 

Zukunftskonzept für Main-Spessart 

Hier meine 10 Punkte

 

1. Erarbeitung eines Leitbildes zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern – Wohin soll der Landkreis Main-Spessart sich entwickeln

2. Erstellen eines Wirtschaftskonzeptes mit Vernetzung der kommunalen Interessen! Die Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale jeder Kommune müssen dabei berücksichtigt werden. Gemeinsam sind wir stark und werden zum Gewinnerlandkreis.

3. Energetische Sanierung aller Kreisgebäude

4. Förderung der regenerativen Energien

5. Ausbau des Bildungsstandortes Main-Spessart, z.B. FOS 13 und neue Berufssparten in der Berufsschule Main-Spessart!

6. Sanften Tourismus als starkes wirtschaftliches Standbein ausbauen (z.B. Wander- und Radtourismus)!

7. Erhalt und Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur nach dem Bedarf – kleine, lokale und regionale Lösungen gehen vor dem Neubau und der Neutrassierung von Straßen!

8. Fortsetzung des sehr erfolgreichen Krankenhauskonzepts – Beibehaltung der Rechtsform Eigenbetrieb!

9. Haushaltskonsolidierung – Beschlusslage Null Nettoneuverschuldung umsetzen (viele große Investitionen in die Krankenhäuser und Senioreneinrichtungen, sowie in die Mülldeponie sind bereits geleistet, so dass wieder finanzielle Spielräume – auch zum Schuldenabbau entstehen)!

10. Beachtung der Konsequenzen aus der demographischen Entwicklung – Bedürfnisse einer immer älter werdenden Gesellschaft berücksichtigen!

 

 

 

„Gute Politik lebt von der Fähigkeit und dem Mut, Visionen zu entwickeln, Ideen zu haben, die unseren schönen Landkreis weiter nach vorne bringen. Ich möchte nur einige wenige Themenbereiche herausgreifen und näher darauf eingehen. Damit wir heute auch noch fertig werden, will ich mich möglichst kurz fassen.“

 

MSP als intelligenter und  innovativer Wirtschaftsstandort

„Leider wird auch heute noch von interessierter Seite das Märchen verbreitet, Ökologie kostet nur und bremst das Wachstum! Das ist völliger Unsinn.

Längst werden mit grünen Ideen schwarze Zahlen  geschrieben.

In keinem anderen Sektor wurden in den letzten Jahren mehr Arbeitsplätze geschaffen, wie im Umweltsektor - Tendenz steigend. Auch im Landkreis macht z.B. Bosch Rexroth in Lohr gute Geschäfte mit Umwelttechnologie.

 

 

Für mich ist es allerdings nicht nachvollziehbar, dass im Landkreis völlig planlos in jeder Kommune hektarweise Gewerbegebiete ausgewiesen werden, ohne darauf zu achten was die Nachbarkommune tut und ob dies überhaupt Sinn macht. So viele Unternehmen können sich gar nicht ansiedeln, wie Flächen zur Verfügung gestellt werden. Die Vorleistungen der Kommunen sind dabei erheblich. Das einzige was sich meist ansiedelt, ist der 25. Discounter - wenige Arbeitsplätze (meist 400-Euro-Jobs) und kaum Gewerbesteuer. Wir brauchen ein Flächenmanagement, das über die Grenzen der Gebietskörperschaften hinausgeht. Der Landkreis könnte hier als Moderator tätig sein.

 

Der Landkreis braucht ein Entwicklungskonzept, ein Leitbild wohin er sich entwickeln soll. In Dienstleistung, Bildung und Forschung liegen die künftigen Chancen. Als Landrat werde ein solches Leitbild entwickeln.

 

Mit dem Gründerservicenetz trägt der Landkreis seinen Teil zur Wirtschaftsförderung bei. Es läuft gut und wir dürfen auch nicht nachlassen Existenzgründer zu fördern und innovative Ideen im Landkreis zu halten.

 

Der Landkreis kann Klimaschutzprogramme auflegen und CO2 sparende Projekte fördern und auszeichnen, durch intelligente Investitionen, z.B. in Energiesparmaßnahmen und regenerative Energien, Kosten sparen, Arbeitsplätze sichern und einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“

 


Main-Spessart als Schul- und Bildungsstandort

 

„Als Landrat werde ich es nicht zulassen, dass im Bildungssektor nachgelassen wird. Hier muss investiert werden. Die kreiseigenen Schulen müssen sukzessive auf den Stand der Zeit gebracht werden. Die berufliche Bildung braucht eine den Anforderungen in der Wirtschaft entsprechende Ausstattung. Die Unternehmen brauchen immer mehr hochqualifizierte, ihren Bedürfnissen entsprechend ausgebildete Fachleute. Deshalb ist der Ausbau des Bildungsstandortes Main-Spessart, z.B. FOS 13 und neue Berufssparten in den Berufsschulen, dringend erforderlich.

 

Bedarfsorientierte Mittagsbetreuung und Ganztagsschulen als Angebotsschulen müssen für alle, die dies wollen, erreichbar sein. Klar ist, nur wer erstklassige und differenzierte Bildungs- und Betreuungseinrichtungen hat, ist attraktiv für Familien mit Kindern."

 

 

Main-Spessart als Landkreis mit sehr viel mehr Lebensqualität  

„Eine gesunde Umwelt mit hoher Lebensqualität ist für Familien ein wichtiger Standortfaktor. Hier wird von weichen Standortfaktoren gesprochen. Die einzigartige Landschaft und qualitativ hochwertige Natur, im Spessart, am Main und seinen Nebenflüssen müssen erhalten bleiben. Einer ungebremsten Zersiedelung unserer kleinteiligen Landschaft will ich entgegen wirken. Eine schöne Landschaft und eine artenreiche Natur sind unser wertvollstes Kapital, daher dürfen die Grenzen des Naturparks Spessart nicht in Frage gestellt werden.

 

Ich werde als Landrat auch alles unternehmen, damit unser lebens- und liebenswerter Landkreis nicht durch Autobahntrassen oder Ähnlichem zerstört wird. Ein grüner Landkreis braucht halt einen grünen Landrat.

 

 

Zur Daseinsvorsorge gehört auch gesundes Trinkwasser. Es geht um die flächendeckende Sicherung der Wasservorkommen in Main-Spessart. Alle Maßnahmen die dazu dienen habe für mich erste Priorität. Dazu gehört die Sicherung der Schutzgebiete gegen Schadstoffeintrag aus Verkehr, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft. Ich bin mir sicher, wir brauchen zur Versorgung der Bevölkerung im Landkreis und darüber hinaus in keinem Fall einen Trinkwasserspeicher im Hafenlohrtal. Ich bin davon überzeugt, dass längst nicht alle Einsparpotenziale ausgeschöpft sind. Hier kann der Landkreis auch ganz konkret z.B. durch die Verwendung von Wasserspararmaturen in seinen Einrichtungen und Gebäuden dazu beitragen Trinkwasser und gleichzeitig Kosten zu sparen. Die Grundschule in Wiesenfeld könnte als Beispiel für die kreiseigenen Schulen in Sachen Wasser- und Ressourceneinsparung dienen.

 

Wie das Trinkwasserschutzprojekt im Werntal zeigt, gibt es intelligentere Maßnahmen als einen Speichersee, um auch in Zukunft ausreichend, gesundes Wasser für alle zu haben. Dort wurde im Einvernehmen mit den Landwirten Flächen aus der Produktion herausgenommen, Fruchtfolgenpläne umgesetzt und extensiv Braugerste angebaut, damit der Eintrag von Nitrat und anderen Stoffen reduziert wird.“

 

 

Was mir sonst noch wichtig ist: 

Verkehr: 

„Der Landkreis Main-Spessart ist ausreichend bis gut an das überregionale Straßennetz angebunden. Ich spreche mich klar für die Verbesserung der kleinteiligen Verkehrsinfrastruktur aus. Ich bin überzeugt, dass wir zum Beispiel auf der Verbindungsachse Marktheidenfeld – Karlstadt größeren Handlungsbedarf als anderswo haben. Kleinen, regionalen und lokalen Lösungen ist der Vorzug vor den großen Neubaulösungen einzuräumen. Es macht keinen Sinn hunderte von Millionen Euro in eine Transitautobahn zu stecken und zu glauben damit würden wesentliche Impulse gesetzt und die Verkehrsprobleme gelöst.

 

Wer glaubt, dass eine Transitautobahn mit mehreren zigtausend Fahrzeugen am Tag, die durch unseren Landkreis rollen werden, alle Probleme im Kreis löst, der oder die glaubt auch, dass Schneewittchen aus Lohr kommt. Morgen Abend werden wir bei einer Informationsveranstaltung in Karlstadt, mehr zu den Zahlen erfahren. Im Übrigen sind alle, die ihre Heimat bewahren wollen, dazu aufgerufen, morgen an einer Kundgebung vor dem historischen Rathaus um 15.30 Uhr teilzunehmen. 

Eine Straße, die erst in 15-20 Jahren kommt, blockiert nicht nur Finanzmittel sondern auch Innovationen. Ich will also keine Westumgehung von Würzburg durch unseren wunderschönen Landkreis. Das Monstrum B 26n muss abgewendet werden. 

Das Radwegenetz sollte weiter ausgebaut werden. Vor allem der Lückenschluss auf dem Maintalradweg zwischen Karlburg und Harrbach ist aus überregionaler Sicht dringend notwendig. Die Beschilderung der Radwege ist noch immer verbesserungsfähig.

Die kostenfreie Fahrradmitnahme auf der Maintalachse in den Regional- und Regionalexpresszügen der DB muss endlich durchgesetzt werden. Dazu muss man wissen, dass das außerhalb des Landkreises Main-Spessart auch schon lange möglich ist.

Ich will das als Landrat vorantreiben. 

 

Wichtig ist, dass sich der Landkreis auch über sein Engagement in der Main-Spessart-Nahverkehrsgesellschaft hinaus, in alle Belange des ÖPNV einbringt und einmischt. Hier denke ich z.B. an die Verbesserung der Übergänge zwischen Bus und Schiene, Vernetzung und Vertaktung.“

 

 

Finanzen:

 

„In Wahlkampfzeiten entsteht ja oft ein Wunschkonzert der KandidatInnen. Da der Kreis hoch verschuldet ist, sind zusätzliche Forderungen kaum zu bezahlen. Dennoch ist es unumgänglich für die Bildung, Jugendarbeit, Klimaschutz und Soziales Geld in die Hand zu nehmen, ohne dabei das  Ziel, die Verschuldung zu stoppen und mittelfristig Schulden abzubauen aus den Augen zu verlieren.

Große Priorität muss die Haushaltskonsolidierung haben, die Beschlusslage Null Nettoneuverschuldung werde ich als Landrat umsetzen. Ich denke mit einer neuen Prioritätensetzung ist viel Neues durch Umschichtung machbar.“

 

 

Was ich sonst noch so machen möchte: 

„Die jährliche Fahrradtour durch den Landkreis beibehalten, vielleicht statt einer langen Tour, zwei kürzere Touren im Frühjahr und im Herbst. Den Landratsschoppen will ich beibehalten, auch wenn das dann ein Biowein ist. Den großen Dienstwagen will ich umgehend abschaffen, es reicht ein Kleinwagen oder ein Hybridauto.“

 

Herzlichen Dank