Kreisvorsitzende Simone Tolle, MdL,  und Landratskandidat Gerhard Kraft äußern sich zur Erhöhung der Energiepreise

Die grüne Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Simone Tolle aus Arnstein kritisiert die geplanten Erhöhungen der Strompreise. „Hier wird mit fadenscheinigen Begründungen Kasse auf dem Rücken der Verbraucherinnen und Verbraucher gemacht“, erklärt sie. Die Erhöhung bei Eon Bayern von knapp zehn Prozent würde u. a. mit der Subventionierung des Stroms aus erneuerbaren Energien gerechtfertigt. „Aber hier muss Eon erst einmal offen legen, wie viel von den Mehrkosten tatsächlich für die erneuerbaren Energien eingesetzt wird.“ Zudem habe sich in den vergangenen zwei Jahren in diesem Punkt abgabenseitig nichts geändert. Sie fordern die Verbraucherinnen und Verbraucher auf, auf Ökostrom umzusteigen. „Viele Menschen denken immer noch, dass Ökostrom teurer ist als ‚normaler’ Strom – aber bei diesen geplanten Erhöhungen lohnt es sich nicht nur aus Klimaschutzgründen, auf Ökostrom umzusteigen“, so Tolle. Nur so werde Geld für Strom nachhaltig investiert. Sie habe sowohl in ihrem Abgeordnetenbüro als auch zu Hause schon lange Ökostrom.
Die neue Staatsregierung sieht sie in der Pflicht für eine stabile Preislage zu sorgen, indem die Monopolstellung der Energieriesen aufgebrochen werde. Tolle forderte die Staatsregierung und Bundeswirtschaftsminister Glos hier auf, die Vorschläge der EU-Kommission zur vollständigen Entflechtung der Energiekonzerne zu unterstützen.  
Kreistagsfraktionsvorsitzender Gerhard Kraft (Laudenbach) möchte auf Grund der erneuten Preissteigerungsrunde bei Strom und Gas die Lieferkonditionen mit den Versorgungsunternehmen für die Kreiseinrichtungen überprüft wissen. Gerade im Klinikum Main-Spessart und den Senioreneinrichtungen würde eine zehnprozentige Erhöhung mit großen fünfstelligen Summen zu Buche schlagen. Auch bei den Schulen und den anderen Einrichtungen des Landkreises gehe es um solche Dimensionen. Auf der anderen Seite sei die größte Energiequelle die Einsparung. Der Landkreis habe mit dem auf grüne Initiative beschlossenen Energiekonzept, eine Handlungsanleitung um die Einsparpotenziale Zug um Zug zu realisieren. Im Investitionshaushalt 2008 müsse noch stärker als bisher auf Einspareffekte bei Baumaßnahmen des Kreises geachtet werden.  Kraft: „Wir sind zwar im Landkreis etwas spät dran, aber dennoch auf dem richtigen Weg.“ Er selber nutze zu Hause das Ökostromangebot des lokalen Anbieters und zieht bei Geräten mit Standby-Modus bei Nichtbenutzung einfach den Stecker. Er weiß: „Überall wo ein Lichtlein brennt, wird auch Strom verbraucht.“ Als Landrat werde er alles dafür tun, dass der Landkreis mittelfristig komplett auf Ökostrom umstellt. Es gebe inzwischen Landkreise in Bayern, die sich zum Ziel gesteckt hätten, langfristig rechnerisch den gesamten Energieverbrauch in ihrem Kreis auf regenerative Energien umzustellen. Der Landkreis München habe am 20.03.06 folgendes beschlossen:
„Wir setzen uns für eine Reduzierung des Energieverbrauchs im Landkreis München um 60 % auf 40 % des heutigen Energieverbrauchs bis zum Jahr 2050 ein. Diese dann noch 40 % Energieverbrauch sollen ab diesem Zeitpunkt vollständig durch regenerative Energie abgedeckt werden.
Diese Vision kann Wirklichkeit werden u. a. aufgrund folgender Handlungsweisen:
·    Energetische Sanierung von öffentlichen und privaten Gebäuden
·    Einsatz stromsparender Geräte
·    Verringerung des Energiebedarfs bei privaten Haushalten sowie bei Gewerbe, Handel und Dienstleistungen (Energiemanagement, Prozessoptimierung)
·    Einsatz regenerativer Energiequellen für die Gebäudebeheizung (Biomasse, Geothermie, Umweltwärme)
·    Regenerative Stromerzeugung (Biomasse, Photovoltaik, Geothermie)
·    Flächendeckende Verwendung von Biokraftstoffen

Wir bauen und vertrauen auf den Einfallsreichtum, die Kreativität und die vielgestaltigen Kompetenzen der Menschen im Landkreis.
Um unsere Ziele zu erreichen, sind alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises München zur Unterstützung aufgerufen. Dabei setzen wir auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen und ein konstruktives Miteinander.
Es gilt, insbesondere Mitwirkende aus der Landwirtschaft, aus Handwerk und Handel, Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen sowie den Kommunen und Kirchen für die Erreichung der Ziele zu gewinnen.
Es geht uns darum, die vorhandenen natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten, eine energetische Kreislaufwirtschaft unter realistischen ökonomischen Bedingungen zu verwirklichen und die regionale Wirtschaftskraft bei einer möglichst hohen Lebensqualität zu sichern.“
„Das ist, auch in Main-Spessart möglich“, ist Kraft überzeugt.

URL:http://www.gruenemsp.de/archiv/archiv-kreisverband/gruene-oekostrom-ist-ein-gute-alternative/