BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

GRÜNE Main-Spessart

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Familienatlas 2007 der Bundesregierung ist der Landkreis Main-Spessart als etablierte Region eingestuft. Das bedeutet wir rangieren im vorderen Drittel der untersuchten 439 Landkreise und kreisfreien Städte.

Das sieht genauer betrachtet so aus:

Main-Spessart = etablierte Region
Rang von 439
Handlungsfelder
Vereinbarkeit Familie und Beruf 268 = unterdurchschnittlich,
also großer Handlungsbedarf
Wohnsituation und Wohnumfeld 86 = überdurchschnittlich, kein Handlungsbedarf
Bildung und Ausbildung 198 = gerade durchschnittlich, also
Handlungsbedarf
Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche 154 = guter Durchschnitt, geringer
Handlungsbedarf
Rahmenbedingungen
Arbeitsmarkt 98 = überdurchschnittlich,
kaum Handlungsbedarf
Demografie 156 = durchschnittlich, geringer
Handlungsbedarf
Quelle: Prognos Familienatlas 2007

Wir müssen uns also verstärkt um die Bereiche:
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Bildung und Ausbildung und
Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche

kümmern, um attraktiver für Familien zu werden.


Ich möchte mich nun auf einige Bereiche beschränken, für die der Landkreis auch tatsächlich zuständig ist.

Jugendarbeit im Landkreis

Der Initiative von Simone Tolle, unserer Landratskandidatin aus dem Jahr 2002, ist es zu verdanken, dass es im Landkreis seit kurzem eine Jugendstiftung gibt.
Wir GRÜNE haben hier einen wesentlichen Impuls gesetzt. So kann in Zukunft die Jugendarbeit aus den Stiftungsmitteln unterstützt werden.
Wie z.B. Präventionsveranstaltungen in den Bereichen (Gewalt, Rechtsradikalismus, Sucht, Medien usw.).

Mir ist auch der 3. Jugendzeltplatz in Erlasee sehr wichtig. Wir GRÜNE haben uns entschieden gegen die Widerstände von Kreistagskolleginnen und Kollegen gewandt und geschlossen, als einzige Fraktion, eine klare Linie vertreten. Wir konnten dieses Projekt am Ende durchsetzen.

Die Unterstützung der kommunalen Jugendarbeit vor Ort durch freiwillige Leistungen des Landkreises bei der Bezuschussung der Personalkosten für Jugendpfleger usw. ist für mich unumgänglich. Ich halte auch eine Deckelung für nicht angezeigt.

Lassen Sie mich 2 Schwerpunkte der Jugendhilfe herausgreifen. Die Jugendhilfe ist neben der Sozialhilfe der größte Einzelplan im Haushalt.  

 

Sozialpädagogische Familienhilfe

Auf unsere unermüdliche, jahrelange Initiative hin, hat der Kreistag bei den Haushaltsberatungen 2007 endlich beschlossen, eine längst überfällige, zusätzliche Stelle für die Sozialpädagogische Familienhilfe zu schaffen. Seit dem 01. Juli diesen Jahres ist die Stelle besetzt. Jetzt erst ist es möglich, weiteren Familien die dringend benötigte Unterstützung zukommen zu lassen. Immer mehr Eltern geraten in Schwierigkeiten und sind mit der Kindererziehung überfordert. Immer mehr Kinder und Jugendliche geraten aus dem Gleichgewicht. Sie können den Anforderungen der Gesellschaft nicht mehr gerecht werden. In diesen Fällen ist Hilfe von außen unerlässlich.
Die Sozialpädagogische Familienhilfe (§ 31 SGB VIII) gehört zu den Hilfen zur Erziehung (§ 27 SGB VIII). Durch intensive Beratung und Begleitung von Familien werden Lösungen von Alltagsproblemen und Konfliktbewältigung probiert und geübt.

Die Hilfe ist in der Regel für einen längeren Zeitraum von mehreren Monaten bis hin zu einigen Jahren gedacht.

Mit der Sozialpädagogischen Familienhilfe soll Eltern, bzw. Alleinerziehende mit ganz praktischen Hilfen bei Fehlern in der Kindererziehung (z.B. Vernachlässigung), in der Versorgung des Haushaltes und bei unangemessenem Ausgabeverhalten geholfen werden. Dies geschieht u.a. bei gravierender häuslicher Unterversorgung (Stichworte: Wohnung, Hygiene, Bildung) oder bei unmittelbar zeitlich befristeten Schwierigkeiten in vielen Lebensbereichen.

Sozialpädagogische FamilienhelferInnen besuchen Familien regelmäßig in Ihrer Wohnung. Bei ihren Besuchen erleben sie die vorliegenden Probleme unmittelbar vor Ort und suchen gemeinsam mit den Familien nach nahe liegenden und passenden Lösungen. Den Familien soll die Verantwortung für die Bewältigung ihrer vielfältigen Probleme nicht abgenommen werden, sondern sie sollen durch Hilfe zur Selbsthilfe zu eigenen Lösungen angeregt werden, um die vereinbarten Ziele zu erreichen.


Prävention ist wichtig! Wenn wir früh genug eingreifen, kann Kindern, Jugendlichen und ihren Familien geholfen werden. Jeder Euro ist gut angelegt. Tun wir nichts, entstehen im Nachhinein gewaltige Kosten für uns alle. Deshalb will ich auch die Förderung der offenen Jugendarbeit beibehalten und ausbauen, ohne die verbandliche Jugendarbeit zu vernachlässigen.


Allgemeiner Sozialer Dienst

Hier wurde im Teilplan III „Erzieherische Hilfen und Förderung der Erziehung in der Familie“ klar festgestellt: Das die Wartezeiten zu lang sind und in Folge dessen eine weitere Vollzeitstelle zur Verfügung gestellt werden muss!
Denn bisher ist eine Mitarbeiterin für rund 26.000 Landkreiseinwohner zuständig. Die Empfehlung des Landkreistages sieht 15-20000 Einwohner vor.

Familien

3 wichtige Forderungen:
Schaffung einer weiteren Stelle für den allgemeinen sozialen Dienst
Bedarfsgerechter Ausbau der Mittags- und Ganztagsbetreuung an den Realschulen und Gymnasien (auch Ganztagsschulen)
Unterstützung des Kreisjugendrings



Senioren

Die demografische Entwicklung zeigt, dass unsere Gesellschaft immer älter wird. Daher verändern sich auch die Bedürfnisse der Menschen sehr stark.
Der Landkreis muss diese Bedürfnisse erkennen und handeln.
In den kreiseigenen Senioreneinrichtungen in Gemünden und Marktheidenfeld gilt es konsequent an der Qualität des Angebots zu arbeiten. Auch gilt wie bei den Krankenhäusern: die Einrichtungen verfolgen nicht zu vorderst wirtschaftliche Ziele. Im Mittelpunkt müssen die Heimbewohner stehen.

Mit dem Geriatrischen Reha-Zentrum in Marktheidenfeld mit 30 Plätzen haben wir im Landkreis ein gutes Angebot für ältere Menschen geschaffen. Mit den drei Klinikstandorten bieten wir der Bevölkerung eine wohnortnahe medizinische Grundversorgung. Der Landkreis hat auch die privaten und kirchlichen Träger von Senioren- und Pflegeeinrichtungen mit einigen Millionen Euro unterstützt.

Senioren brauchen auch einen angepasste öffentlichen Personennahverkehr.

Anders als die Jugendlichen mit dem Jugendhilfeausschuss, haben die Senioren keine entsprechende Verankerung in der Ausschussebene im Landkreis. Ich werde mich als Landrat dafür einsetzen, dass ein solches Gremium eingerichtet wird.