Die beiden grünen unterfränkischen Abgeordneten Simone Tolle und Thomas Mütze haben deshalb vergangene Woche einen Antrag in den bayerischen Landtag eingebracht, der die Staatsregierung u.a. auffordert, das gesamte Hafenlohrtal als Naturschutzgebiet auszuweisen. Die beiden Grünen lösen damit ihr Versprechen ein, auch im neuen Landtag alles zu tun, damit das Hafenlohrtal nie wieder als Trinkwasserspeicher ins Gespräch gebracht werden kann. "Mit einer Annahme des Antrags wäre die Tür geschlossen hinter einem 30jährigen Kampf für das wunderschöne und ökologisch wertvolle Hafenlohrtal", so Tolle und Mütze. Tolle dankte insbesondere den Main-Spessarter Mitgliedern im regionalen Planungsverband 2 unter Führung des damaligen Landrats Armin Grein, die entschlossen für eine Streichung aus dem Regionalplan gekämpft hätten. "Jetzt ist es an den PolitikerInnen im bayerischen Landtag, für den letzten Federstrich unter das Projekt zu sorgen". Tolle und Mütze hoffen auf Unterstützung aller KollegInnen aus der Region.
Auch Christine Scheel "fordert alle Abgeordneten von CSU, FDP und Freien Wählern auf, das versprochene "Aus" des Trinkwasserspeichers jetzt schnell im Landtag zu besiegeln. Versprechen die vor der Wahl gegeben werden, müssen nach der Wahl auch umgesetzt werden" Der Antrag im Wortlaut:
Antrag
der Abgeordneten Simone Tolle, Thomas Mütze, Margarete Bause, Sepp Daxenberger und Fraktion BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN
Ausweisung des Hafenlohrtals als Naturschutzgebiet
Der Landtag wolle beschließen:
Die Staatsregierung wird aufgefordert
- sich bei der Regierung von Unterfranken dafür einzusetzen, dass das gesamte Hafenlohrtal als Naturschutzgebiet ausgewiesen wird,
- die Maßnahmen des Naturparks Spessart zur Schaffung von naturnahem Auwald und zum Erhalt der Feuchtwiesen durch Beweidung im Hafenlohrtal weiter zu unterstützen und zu fördern,
- Maßnahmen zu ergreifen, um die Durchgängigkeit der Hafenlohr für Fische wieder herzustellen und die Anbindung an die Aue zu verbessern und damit die Hafenlohr zu einem Modellfluß für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie auszuweisen.
Begründung:
Nach Jahrzehnten des Widerstandes gegen die Planungen des Hafenlohrspeichers hat die Staatsregierung Planungen zur Errichtung eines Trinkwasserspeichers endlich aufgegeben. Ausschlaggebend dafür war die herausragende naturschutzfachliche Qualität dieses Spessartbachtales. Da entgegenstehende Planungen nicht mehr vorliegen, gäbe es jetzt die Gelegenheit das gesamte Hafenlohrtal als Naturschutzgebiet auszuweisen und damit auch den Vorgaben der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie nach einer Sicherung des Gebietes Rechnung zu tragen. Aufgrund der sehr naturnahen Struktur lässt sich die Hafenlohr mit wenig Aufwand so weit renaturieren, dass für die Fische und andere Wasserorganismen keine unüberwindlichen Hindernisse auf der gesamten Strecke mehr vorliegen. Somit könnte ein Modellfluss für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtline geschaffen werden.



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